Neues für die Galerie

30. November 2009 - Kategorie: Galerie | 2 Kommentare

“Linien”:
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“Besucher”:
besucher



Kindheitsillustrationen

28. November 2009 - Kategorie: Literarisches Allerlei | 5 Kommentare

Ich präsentiere: Die nasenlose Anne und die etwas verschreckt wirkende Diana aus “Anne auf Green Gables“:

Anne auf Green Gables

 

Und auch “Das letzte Einhorn“, das ich damals noch nicht gelesen sondern nur den Film gesehen hatte, habe ich illustriert:

Das letzte Einhorn

 

Man merkt: An mir ist eine wahre Künstlerin verlorengegangen ;)



Kaufen oder nicht kaufen?

25. November 2009 - Kategorie: Literarisches Allerlei | 1 Kommentar

Ich überlege schon seit zwei Tagen ob ich mir ein Buch um 68 € kaufen soll. Und zwar diesen Bildband des Gesamtwerks von Rene Magritte. So als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk an mich selbst. Weil ja eh bald das Weihnachtsgeld kommt. Magritte ist einfach mein großer Liebling. Und dann könnte ich noch viel mehr Bilder abfotografieren und meine Wohnung damit tapezieren. Und wer weiß wie lange das Buch noch erhältlich ist, Bildbände sind (kommt mir zumindest so vor) immer schnell mal weg. Hm…

Aber ich kenne mich ja: Wenn ich schon so zu überlegen anfange, kann ich nicht mehr lange widerstehen ;)



Der feige Autor

25. November 2009 - Kategorie: Literarisches Allerlei | Kommentieren

“Feige” ist vielleicht ein bisschen hart ausgedrückt: was ich eigentlich meine, ist Inkonsequenz. Eine Geschichte nicht zu dem Ende hin zu erzählen, auf das sie automatisch zusteuert. Oder einzelne Handlungsstränge nicht dorthin zu führen, wo sie hingehören. Das ist natürlich alles sehr subjektiv, weil jeder andere Erwartungen an den Ausgang einer Geschichte hat, aber es gibt Bücher bei denen ich mir sicher bin, dass fast jeder Leser denken würde: Da hat es sich der Autor jetzt aber leicht gemacht / da hat ihn jetzt der Mut verlassen.

Aktuell ist das so beim neuen Roman von Hakan Nesser, “Das zweite Leben des Herrn Roos“. Ich mag Nesser sehr gerne und habe ihn bis jetzt in keinem seiner Bücher als “feige” erlebt, aber hier hat er mich ein bisschen enttäuscht. (ACHTUNG: War das Buch noch lesen möchte sollte nicht weiterlesen, Spoiler!)
(more…)



Ach…

25. November 2009 - Kategorie: Literarisches Allerlei | Kommentieren

…es gibt so schöne Aufbewahrungsmöglichkeiten für Bücher!

shelf

Allerdings auch zu einem stolzen Preis (618 $) ;)
Falls es sich trotz dieses Preises jemand kaufen möchte: Hier bekommt man das gute Stück.



Ray Bradbury – Fahrenheit 451

1. November 2009 - Kategorie: Rezension | 4 Kommentare

Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der Bücher als gefährlich angesehen sind und ihr Besitz verboten ist. Hauptfigur ist der Feuerwehrmann Guy Montag, und die Feuerwehr dieser fiktiven Zukunft löscht keine Feuer, sondern legt sie, nämlich um Häuser zu verbrennen in denen Bücher gefunden werden. Denn Bücher fördern selbstständiges Denken, und das ist in dieser Gesellschaft verpönt. Durch die Begegnung mit dem Mädchen Clarisse, das sich noch etwas von der alten Begeisterung für die Welt bewahrt hat und sich nicht scheut, Dinge zu hinterfragen, verändert er sich und beginnt, die herrschenden Zustände der Gesellschaft in der er lebt zu hinterfragen.

Ein Buch ist für mich persönlich dann ein gutes Buch, wenn ich weiß, dass ich es bestimmt noch mindestens einmal lesen werde. “Fahrenheit 451″ von Ray Bradbury ist so ein Buch, weil es inhaltlich und sprachlich zu beeindrucken weiß, und besonders freue ich mich auf zwei Szenen, die wirklich ganz stark waren und an die ich seitdem immer wieder denken muss.

Die erste Szene passiert im ersten Drittel des Buches. Montag hat einen Bücherverbrennungs-Einsatz hinter sich, bei dem er zum ersten Mal eigentlich nicht das tun wollte, was seine Pflicht ist. Bei diesem Einsatz hat eine Frau Selbstmord begangen, indem sie sich zusammen mit ihren Bücher verbrennen ließ. Er bleibt am folgenden Tag der Arbeit fern. Daraufhin besucht ihn der Feuerwehrhauptmann, der seine Zweifel bemerkt hat, und redet ihm ins Gewissen. Als der Hauptmann wieder gegangen ist, zeigt Montag seiner Frau ein Versteck, in dem er 20 Bücher verborgen hat. Er möchte selbst herausfinden, ob das, was der Hauptmann gesagt hat, wahr ist, ob Bücher wirklich sinn- und nutzlos sind und beginnt, aus ihnen vorzulesen:

„Wir wollen einmal sehen, was das hier ist“, sagte Montag. Er brachte die Worte nur stockend hervor und mit peinlicher Befangenheit. Dann las er ein Dutzend Seiten da und dort und stieß schließlich auf folgende Stelle:
„Schätzungsweise haben elftausend Menschen zu verschiedenen Zeiten lieber den Tod erlitten, als dass sie sich bereit erklärt hätten, Eier am spitzen Ende aufzuschlagen.“
Mildred saß auf der andern Seite des Flurs. „Was heißt das? Es heißt überhaupt nichts! Der Hauptmann hatte recht.“
„Lass nur“, beschwichtigte Montag. „Wir wollen einfach von vorn anfangen.“

In der zweiten Szene ist die Handlung der Geschichte schon weiter fortgeschritten. Montag nimmt Kontakt mit einem ehemaligen Professor der Literatur auf und entscheidet sich damit bewusst für den Widerstand gegen das Verbrennen von Büchern. Nach dem Besuch bei dem Professor trifft er bei sich zuhause auf seine Frau Mildred und ihre Freundinnen. Diese haben sich versammelt, um gemeinsam eine Fernsehshow anzusehen (das Fernsehen hat in dieser Zukunft einen hohen Stellenwert und dient hauptsächlich, wie auch heute schon zum größten Teil, der allgemeinen Verblödung). Montag schaltet die Fernsehwände ab und versucht, mit den Frauen ein normales Gespräch zu führen. Als dies nicht gelingt, holt er eines der Bücher, einen Gedichtband. Die Freundinnen sind natürlich schockiert darüber, dass er einen dieser verbotenen Gegenstände in seinem Besitz hat. Sie wollen das Haus verlassen, aber Montag befiehlt ihnen zu bleiben. Um endlich wieder die Fernsehshow weiterschauen zu können, bittet ihn eine der Frauen, doch eines der Gedichte vorzulesen, was er auch tut:

„Des Glaubens Meer
Umschloss einmal, als noch die Fluten schwollen,
Der Erde Ufer wie ein lichter Gürtel.
Doch heute hör
Ich nur sein melancholisch fernes Grollen,
Das bang verhält
Des Nachtwinds Hauch; nackt liegt und leer
Das Steingeröll am Rand der Welt.“

Die Stühle ächzten unter den drei Frauen. Montag las das Gedicht zu Ende:

„Ah, Liebste, lass uns treu
Einander sein! Hat doch in dieser Welt, die nun
Gleich einem Traumland vor uns scheint zu ruhn,
So mannigfaltig schön, so neu,
In Wahrheit weder Lust noch Liebe Halt
Noch Licht, noch Frieden oder Schirm vor Arg und Wehn,
Und wir hier wie auf dunklem Felde stehn,
Wo nächtens wirres Kampfgetöse schallt
Und sinnlos Streitmacht gegen Streitmacht prallt.“

Frau Phelps weinte vor sich hin.
Die andern mitten in der Einöde sahen zu, wie ihr Weinen lauter wurde und ihr Gesicht aus der Form geriet. Sie saßen da, ohne sie anzurühren, befremdet von dieser Schaustellung, diesem fassungslosen Schluchzen. Montag selber war betroffen und innerlich aufgewühlt.

Etwas in der Frau hat den Zusammenhang zwischen den Worten und ihrem Leben, von dessen Tragödien sie zuvor unberührt erzählt hat, hergestellt. Diese Szene hat mich deshalb so berührt, weil sie zeigt, dass nicht alles in den Menschen dieser Zukunft “tot” ist. Besonders an der Figur Mildreds zeigt Bradbury nämlich sehr gut die Abgestumpftheit, in der die Menschen leben und ihre Unfähigkeit, die Welt in ihren realen Einzelheiten außerhalb des Fernsehens und der sonstigen Berieselungen wahrzunehmen. Und das Tragische ist ihr Nicht-Begreifen dieser Abgestumpftheit, die schon zu weit fortgeschritten ist. Aber bei Frau Phelps, deren Mann in den Krieg einberufen wurde und deren Leben nur an der Oberfläche so zufriedenstellend ist wie es scheint, kommt ein schwaches Erkennen der Parallelen zwischen dem Gedicht und ihrer persönlichen Situation beim Hören dieser Zeilen zustande.

“Fahrenheit 451″ ist ein Buch für Bücherliebhaber, für Liebhaber von Dystopien und für jeden, der Tiefgang in einer spannenden, sprachlich gut erzählten Geschichte sucht. Heute noch aktueller als 1953, als das Buch erstmals erschienen ist, warnt es vor der Abhängigkeit von den Medien und dem Ende selbstständigen Denkens. Fahrenheit 451 ist übrigens die Temperatur, bei der Papier anfängt sich selbst zu entzünden.



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