Leserückblick Juni 2010

7. July 2010 - Kategorie: Leserrückblick | Kommentieren


Joachim Kersten: Herman Bang. Eines Dichters letzte Reise
Dieses Buch ist ein wirkliches Kleinod für jeden, der sich mit dem dänischen Schriftsteller Herman Bang näher auseinandersetzen will. Es beginnt mit einer Einführung über Herman Bangs bewegtes Leben vom Herausgeber des Buches, Joachim Kersten. Daran schließt Bangs letzte Erzählung “Der große Kahn” an, in der er von seiner Überfahrt nach Amerika berichtet. Klaus Mann, der Bang sehr geschätzt hat, berichtet mit seiner Erzählung “Reise ans Ende der Nacht” über Bangs Ankunft in den Vereinigten Staaten. Das Schlussstück bildet Friedrich Sieburgs “Der Tod des Dichters”, das den tragischen Tod des Schriftstellers bei einer Zugfahrt durch die USA beschreibt. Diese drei Stücke ergeben zusammen ein wunderschönes und ergreifendes Portrait Herman Bangs.

 


Thomas Bernhard: Amras
“Amras” erzählt die Geschichte zweier Brüder, die nach dem Selbstmord ihrer Eltern, bei dem sie selbst auch hätten sterben sollen, bei ihrem Onkel in einem Turm leben. Ein düsteres Portrait einer Familie und der Beziehung der Brüder zueinander.

 


Michael Ende: Die unendliche Geschichte
Siehe hier.

 


L. P. Hartley: The Go-Between
Der dreizehnjährige Leo verbringt den Sommer auf dem Landgut eines Schulfreundes und wird dort zum heimlichen Botengänger zwischen Marian, der Schwester seines Freundes und Ted, einem Bauern. Leo wird immer tiefer in die Auswirkungen der, nach den Moralvorstellungen der damaligen Zeit, verbotenen Liebesaffäre verstrickt. Aus der Sicht des Jungen erzählt, ist “The Go-Between” eine mitreißende Geschichte, die von einer verbotenen Liebe und von den Verwirrungen des Erwachsen-werdens erzählt und ein intelligentes Portrait der damaligen Gesellschaft aufzeichnet.

 


Agatha Christie: Mord im Orient-Express
Ein charmanter Krimi mit einem überraschenden, wenn auch etwas unglaubwürdigen Ende.

 


Ian McEwan: Am Strand
Edward und Florence, ein junges, frisch verheiratetes und sexuell unerfahrenes Paar sieht sich mit der Herausforderung der bevorstehenden Hochzeitsnacht konfrontiert und scheitert an den eigenen Erwartungen, Ängsten und Unzulänglichkeiten. McEwan beschreibt sehr präzise aus der Sicht beider Protagonisten, wie es zu dem Scheitern ihrer nur wenige Stunden bestehenden Ehe kommt. Ein psychologisch dichtes, immer wieder gern gelesenes Buch.

 


Arnaldur Indriðason: Frostnacht
Mein erstes Buch von dem isländischen Krimiautoren Indriðason, und bestimmt nicht mein letztes. Vor einem Wohnblock wird die Leiche eines zehnjährigen Jungen entdeckt. Da der Junge aus Thailand stammt, wird anfangs ein Verbrechen aus rassistischen Gründen vermutet, aber das Verschwinden seines Bruders und die Geheimnisse seiner Mutter führen die Ermittlungen auch in eine andere Richtung. “Frostnacht” ist der siebte Teil der Reihe um den Kommissar Erlendur Sveinsson und seinem Team, sprachlich ansprechend in einer melancholisch-düsteren Atmosphäre erzählt.

 


Ray Bradbury: Ausgewählte Erzählungen
Eine schöne Zusammenstellung von verschiedenen Erzählungen, die meisten mit Science Fiction-Thematik. Besonders hervorheben möchte ich “Dunkel waren sie und goldäugig”, eine sehr unheimliche, Gänsehaut erzeugende Geschichte über die Besiedelung der Menschen des Mars, und “Das Nebelhorn”, in dem ein Meereswesen aus der Urzeit dem Ruf eines Nebelhorns folgt. Bis auf ein oder zwei Ausnahmen sind die Erzählungen wirklich interessant, toll geschrieben und vor allem sehr ideenreich.



Leserückblick Mai 2010

10. June 2010 - Kategorie: Leserrückblick | Kommentieren


Stephen King: Christine
Immer wieder gerne gelesen. Arnie Cunningham, ein klassischer Außenseiter, verfällt einem Oldtimer, “Christine” genannt. Er macht das Fahrzeug wieder fahrtüchtig und beginnt sich zu verändern, zuerst zum Positiven, aber dann gewinnen Christine und ihr Vorbesitzer die Macht über ihn. Wie in so vielen von Kings Büchern steht auch hier nicht der paranormale Aspekt (ein “lebendig” gewordenes Auto) im Vordergrund, sondern die Geschichte eines intelligenten, aber sehr verunsicherten Jungen, der nach Anerkennung sucht und dessen Veränderung ihn von seiner Familie, seinem besten Freund und seiner ersten großen Liebe entfremdet.

 


Stewart O’Nan: Halloween
Es ist Halloween, und die Geister dreier Jugendlicher, die an diesem Tag vor einem Jahr bei einem tragischen Autounfall ums Leben kamen, führen den Leser durch die Geschichte. Sie begleiten die beiden Überlebenden des Unfalls, ihre Freunde Kyle und Tim. Sie beobachten, wie Kyles Mutter damit umgeht, dass ihr Sohn durch den Unfall geistig behindert wurde. Sie sind dabei, als der Polizist, der sich die Schuld an dem Unfall gibt, versucht den Tag zu bewältigen. Und sie wissen, dass an diesem Tag wieder etwas Schreckliches passieren wird, dem sie aber nicht Einhalt gebieten können. Stewart O’Nan, der mich von Buch zu Buch mehr begeistert, ist ein präziser Beobachter menschlicher Emotionen und beweist auch mit diesem Buch, dass er zu Recht zu den großen amerikanischen Erzählern zählt.

 

Herman Bang: Tine
“Tine” ist eine wunderschöne, leise und tragische Liebesgeschichte, die zu Kriegszeiten spielt. Tine, ein junges Mädchen, verliebt sich in einen älteren Mann und muss nicht nur mit der Angst des Verlustes leben, die jeder Krieg mit sich bringt, sondern auch mit den sonstigen Schrecken des Krieges. Herman Bang ist einer der großen dänischen Erzähler, und ihm gelingt in “Tine” das, was ich bei Schriftstellern am meisten bewundere: In einfachen Worten so unendlich viel zu sagen.

 


Hakan Nesser: Die Fliege und die Ewigkeit
Maertens wird aus dem Gefängnis entlassen, in dem er lange Zeit wegen Mord gesessen hat. Er versucht, sich ein neues Leben aufzubauen, als er erfährt, dass sein Jugendfreund und mittlerweile berühmter Philosoph Tomas Borgmann verstorben ist. Tomas hat ihm ein rätselhaftes Testament hinterlassen: Er soll eine Woche zusammen mit Marlene, Tomas’ Frau, in deren Haus verbringen. Dieser Aufenthalt wird zu einer Reise in die Vergangenheit seiner Studienjahre und zu den Geschehnissen, die letztendlich zu dem Mord führen, für den er verurteilt wurde. “Die Fliege und die Ewigkeit” ist ein sehr ruhiges Buch, das bedächtig von einem Verrat und seinen Folgen erzählt. Hakan Nesser schafft es immer wieder, Krimis zu schreiben, die keine wirklichen Krimis sind, sondern vielmehr intelligente und mitreißende Portraits der handelnden Figuren, ohne dass dabei die Spannung zu kurz kommt.

 


Siri Hustvedt: Was ich liebte
Siehe hier.

 


Joan Aiken: Du bist ich. Die Geschichte einer Täuschung
Bis zur Hälfte des Buches ca. hat mir die Geschichte gut gefallen – so Täuschungsgeschichten sind immer irgendwie interessant. In diesem Buch gibt sich ein Mädchen als ihre Schulkollegin aus, die als Missionarin nach Indien gehen will, von ihren Eltern aber nicht die Erlaubnis dazu bekommt. Alvey fährt statt ihr nach Beendigung der Schule zu ihrer Familie, in der es Geheimnisse und Unstimmigkeiten gibt, was die Geschichte recht spannend macht. Aber gegen Ende hin, als sich alles auflöst und die Täuschung auffliegt, wird alles sehr banal und unrealistisch, und das Ende, in dem natürlich alles gut wird, so unwahrscheinlich das auch ist, hat mich nur mehr zum Lachen gebracht. Wirklich schade darum, da die Geschichte anfangs wirklich sehr vielversprechend war.

 


Outi Pakkanen: Der rote Sessel
Eine große Enttäuschung, dieser Krimi. Es geht um Noora, eine psychisch kranke Mutter die mit ihrem Baby überfordert ist und unerwarteterweise Hilfe von einer Nachbarin bekommt. Diese ist sehr einvernehmend und drängt sich der kranken Noora geradezu auf. Dann verschwindet plötzlich der Besitzer des Möbelgeschäftes gegenüber dem Haus von Noora. Die Geschichte wird aus der Sicht mehrerer Personen erzählt: Noora, ihre beste Freundin, ein Arzt, den sie wegen ihrer Depressionen aufgesucht hat, der verschwundene Geschäftsinhaber, seine Frau… und alle stehen irgendwie miteinander in Verbindung, was ziemlich unglaubwürdig ist. Außerdem war die ganze Handlung einfach so flach, und die Auflösung der Geschichte genauso unglaubwürdig. Und von der “psychologischen Dichte” der Geschichten der Autorin, wie es im Klappentext steht, war auch nichts zu merken. Schade, denn ich hatte mich schon auf eine neue ansprechende skandinavische Krimireihe gefreut.

 


Hakan Nesser: Mensch ohne Hund
Zum zweiten Mal gelesen. “Mensch ohne Hund” ist der erste Teil der Serie um den neuen Komissar Gunnar Barbarotti, der, anders als sein Vorgänger van Veeteren und Mankells Kurt Wallander, nicht so sehr der skandinavischen Melancholie verfallen ist. Anders als bei anderen Krimis, stehen im ersten Drittel des Buches die Geschehnisse um die Familie Hermannsson im Mittelpunkt. Drei Generationen treffen zusammen, um zwei Geburtstage zu feiern. Die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander sind schwierig, und Nesser nimmt sich viel Zeit, um die Verhältnisse auszuleuchten. Dann verschwinden zwei von ihnen, und hier tritt Kommissar Barbarotti in Erscheinung, um die Fälle aufzuklären. Das Buch ist kein typischer Krimi, der Spannungsbogen wird sehr langsam aufgebaut und nicht das Verbrechen selbst, sondern seine Hintergründe stehen im Vordergrund, aber gerade das macht diese Geschichte so interessant.



Leserückblick April 2010

2. May 2010 - Kategorie: Leserrückblick | 4 Kommentare


Tomas Bernhard: Wittgensteins Neffe
Tomas Bernhard erzählt her von seiner Freundschaft zu Paul Wittgenstein, Neffe des berühmten Philosophen Ludwig Wittgenstein. Er berichtet von dessen Nervenkrankheit, die ihn immer wieder zu Aufenthalten in der Nervenheilanstalt führt, er durchlebt mit dem Leser gemeinsam die Höhen und Tiefen dieser besonderen Freundschaft, die mit dem Tod Pauls ihr Ende findet. Bernhards Stil ist auch hier wie in den Erzählungen, die ich von ihm schon gelesen habe, kein einfacher: Elendslange, verschachtelte Sätze, viele Wiederholungen ein und desselben Elementes. Aber Thomas Bernhard darf das, weil es trotzdem kein bisschen langweilig ist seinem Monolog zu folgen, denn gerade dieses Erzählstils wegen wird man so richtig in das bernhard’sche Denken und Erleben hineingezogen.

 


Tom Wolfe: Fegefeuer der Eitelkeiten
Sherman McCoy ist einer, der es geschafft hat. Er arbeitet erfolgreich an der Börse, lebt in einer luxuriösen Wohnung, hat Familie und eine Geliebte. Er verkörpert den Traum des erfolgreichen Amerikaners, doch dieser Traum beginnt zu platzen, als er und seine Geliebte einen jungen Schwarzen anfahren und Fahrerflucht begehen. Als Staatsanwaltschaft und Presse von der Fahrerflucht erfahren, wird aus einem mehr oder weniger harmlose Delikt ein öffentliches und politisches Drama, dessen größtes Opfer Sherman McCoy ist.
Was so besonders toll an diesem Buch war: Es beginnt damit, dass Wolfe erst mal alle Beteiligten vorstellt. Das Opfer McCoy, den Staatsanwalt, der den Fall der behandelt, ein Journalist, der sich durch diese Story einen großen Durchbruch seiner Karriere erhofft etc. Es dauert, wenn ich mich richtig erinnere, fast bis zur Hälfte des doch recht umfangreichen Buches, bis die Geschichte selbst ins Rollen kommt. Aber das macht überhaupt nichts – Wolfe hat eine Art, seine Figuren und das Milieu in dem sie sich bewegen zu schildern, die so lebendig und authentisch ist, dass nie Langeweile aufkommt. Er nimmt sich Zeit, um die Geschichte jeder seiner Protagonisten an den Punkt zu bringen, an dem sich ihre Linien kreuzen und das Drama beginnt. Ein absolut empfehlenswertes Buch, das wunderbar atmosphärisch ist und tief in das Lebensgefühl des New Yorks der 80er Jahre blicken lässt.

 


Stephen King: Frühling, Sommer, Herbst und Tod
Eine Sammlung von vier längeren Erzählungen bzw. Kurzromanen, oder wie auch immer man das nennen will: “Pin Up – Die Verurteilten”, “Der Musterschüler”, “Die Leiche” und “Atemtechnik”. Ich habe dieses Buch schon mehrere Male gelesen und bei jedem mal festgestellt, dass “Der Musterschüler” eindeutig eine von Kings besten Erzählungen überhaupt ist. Es geht um einen Teenager, der einen ehemaligen SS-Offizier entlarvt und sich in seine düstere Faszination für den Holocaust verstrickt, bis er selbst zum Täter wird. Die Geschichte ist ein meisterhaftes Portrait eines Jungen, der normal und unauffällig wirkt, aber in sich die Anlage zu etwas “Bösem” hat, das durch die verstrickte und von gegenseitiger Erpressung geprägte Beziehung zu dem SS-Offizier erst richtig zum Ausbruch kommt. Wie in den anderen drei Geschichten des Bandes gibt es auch hier keine Horrorelemente wie Vampire, Werwölfe oder bösartige Clowns. Sie nehmen ihren Schrecken aus dem Alltäglichen, was sie nur umso bedrohlicher macht.

 


Jo Nesbø: Der Erlöser
Ein sehr spannender Krimi, leider aber wieder mal (wie so oft bei den skandinavischen Autoren) mit einem psychisch angeschlagenen Hauptkommissar. Harry Holt ist Alkoholiker, nicht unsympathisch (obwohl er ein bisschen zu sehr “Rebell” und “Superhero” ist), aber wenn man viele skandinavische Krimis liest, wünscht man sich irgendwann mal einfach einen Protagonisten, der eine positivere Einstellung zum Leben hat. Die Krimihandlung war aber wirklich gut durchdacht und zum größten Teil nachvollziehbar und glaubwürdig. Auch von der Thematik (Heilsarmee, Auftragsmord) her war die Geschichte sehr interessant. “Der Erlöser” war bestimmt nicht das letzte Buch von Jo Nesbø, das ich gelesen habe.

 


Ursula K. Le Guin: Die wilde Gabe
Rezension

 


Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen
Ich hatte im Vorfeld soviel Gutes über dieses Buch gelesen: dass es so einmalig mitreißend und ergreifend sei etc. Und natürlich ist die Geschichte an sich ergreifend – wie denn auch nicht, wenn es um die wirklich schlimmen Lebensumstände dieser zwei afghanischen Frauen geht. Aber ich fand sie einfach zu banal erzählt, sodass ich gegen Ende hin immer mehr gelangweilt war, obwohl die Handlung eigentlich kein bisschen langweilig war. Die erste Hälfte, die vom Leben der beiden Frauen erzählt, hat mir noch ganz gut gefallen, aber ab dem Zeitpunkt, an dem sich ihre Wege kreuzen, hat das Lesen überhaupt keinen Spaß mehr gemacht. Die sich entwickelnde Freundschaft der beiden wird für mich sehr oberflächlich und zum Teil nicht nachvollziehbar abgehandelt, und alles was dann passiert wird in so großen Zeitsprüngen erzählt, dass es mir irgendwie nur noch so vorgekommen ist, als wollte der Autor seine Geschichte schnell hinter sich bringen. Leider wirklich eine große Enttäuschung.



Leserückblick März 2010

2. April 2010 - Kategorie: Leserrückblick | Kommentieren


Marisha Pessl: Die alltägliche Physik des Unglücks
Rezension

 


Calamity Jane: Briefe an meine Tochter
Ein sehr kurzes Büchlein, aber eine Westernheldin wie Calamity Jane, die Postkutschen fährt, General Custer beim Aufspüren von Indianern hilft und sonst noch so manches macht was für eine Frau im 19. Jahrhundert nicht gerade üblich ist, hat eben nicht viel Zeit um Briefe zu schreiben. Die wenigen Briefe die sie an ihre Tochter geschrieben hat zeugen aber von sehr großer Liebe zu ihrem Kind, das bei Pflegeeltern aufwuchs. Es war rührend und sehr faszinierend zu lesen, wie ein außergewöhnlicher Mensch wie Calamity Jane versucht, sein Kind an seinem unbeständigen Leben teilhaben zu lassen.

 


Stewart O’Nan: Das Glück der anderen
Anders als “alle, alle lieben dich” von O’Nan, von dem ich eher enttäuscht war, hat mir “Das Glück der anderen” sehr gefallen. Erzählt wird die Geschichte von Jacob Hansen, Sheriff und gleichzeitig Prediger in Friendship, einer kleinen Stadt in Amerika Ende des 19. Jahrhunderts. Als die Diphterie Friendship überrascht und die Stadt zusätzlich noch durch ein großes Feuer bedroht wird, sieht Jacob Hansen seiner bisher schwersten Prüfung entgegen.
Ganz besonders faszinierend war, dass die Geschichte in der zweiten Person erzählt wird. O’Nan spricht seinen Protagonisten direkt an, was anfangs ungewohnt ist, aber gerade das, zusammen mit dem klaren, schnörkellosen Stil, erreicht, dass man sich umso mehr mit Hansen und seiner tragischen Geschichte identifizieren kann. Ein sehr eindringliches und absolut empfehlenswertes Buch.

 


Margaret Forster: Ein Zimmer, sechs Frauen und ein Bild
Ein richtiger Schmöker, perfekt für trübe Sonntagnachmittage. Das Buch beginnt mit der Geschichte einer jungen Malerin. Eines ihrer Bilder, das die Innenansicht ihrer Dachkammer in Paris darstellt, geht verloren und taucht im Laufe des Buches im Leben der anderen fünf Frauen, von denen erzählt wird, auf. Für jede dieser Frauen hat es eine besondere Bedeutung und stellt einen zentralen Punkt in ihrem Leben dar. Das Buch ist sehr schön zu lesen, einfach aber nicht anspruchslos, und die einzelnen Lebensgeschichten der Protagonistinnen sind interessant und mitfühlend erzählt.

 


Philip K. Dick: Ubik
Von diesem Buch hatte ich mir leider mehr erwartet als ich letztendlich bekommen habe, aber das ist weniger die Schuld des Autors, sondern liegt daran, dass ich die Geschichte nicht wirklich verstanden habe. Zum Inhalt: Hauptfigur ist Joe Chip, ein Telepath der im Auftrag des Firmenchefs Runciter andere Telepathen jagt und unschädlich macht. Dann stirbt Runciter bei einer Explosion, und was dann folgt ist ein Verwirrspiel in dem man sich nie sicher sein kann, was denn nun real ist oder was nicht. Ist Runciter wirklich tot oder sind es Joe Chip und seine Gefährten, die tot in einer Art Kälteschlaf liegen und in einer Art Scheinrealität leben? Mit diesen und vielen anderen Fragen sieht sich Joe Chip konfrontiert und versucht, hinter das Geheimnis der seltsamen Ereignisse zu kommen.
An sich mag ich solche Bücher ja, die mit alternativen Realitäten spielen und einen zum Nachdenken bzw. Mitdenken anregen, aber ich habe den Schluss, der alles bisher geglaubte noch einmal umdreht, einfach nicht verstanden. Ich werde mir bestimmt aber irgendwann die Zeit nehmen und das Buch noch einmal lesen, weil ich es an sich wirklich interessant fand.

 


Mascha Kaleko: Mein Lied geht weiter
Mascha Kalekos Gedichte sind eine wunderbare Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor, vergleichbar mit Erich Kästners Lyrik. Sehr feine Ironie und Spott, aber auch viel Trauer, Einsamkeit und Unverständnis der Gesellschaft gegenüber sprechen aus ihren Gedichten. Zwei Kostproben:

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
- Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

-

Langschläfers Morgenlied

Der Wecker surrt. Das alberne Geknatter
Reißt mir das schönste Stück des Traums entzwei.
Ein fleißig Radio übt schon sein Geschnatter.
Pitt äußert, daß es Zeit zum Aufstehn sei.

Mir ist vor Frühaufstehern immer bange.
… Das können keine wackern Männer sein:
Ein guter Mensch schläft meistens gern und lange.
- Ich bild mir diesbezüglich etwas ein …

Das mit der goldgeschmückten Morgenstunde
Hat sicher nur das Lesebuch erdacht.
Ich ruhe sanft. — Aus einem kühlen Grunde:
Ich hab mir niemals was aus Gold gemacht.

Der Wecker surrt. Pitt malt in düstern Sätzen
Der Faulheit Wirkung auf den Lebenslauf.
Durchs Fenster hört man schon die Autos hetzen.
— Ein warmes Bett ist nicht zu unterschätzen.
… Und dennoch steht man alle Morgen auf.

 


Mascha Kaleko: In meinen Träumen läutet es Sturm
Siehe oben.



Leserückblick Februar 2010

10. March 2010 - Kategorie: Leserrückblick | Kommentieren


Peter Hoeg: Das stille Mädchen
Eine ganz große Enttäuschung. Von diesem Buch hatte ich mir, nachdem ich von Hoeg vor langer Zeit mal “Der Plan von der Abschaffung der Dunkelheit” gelesen hatte, viel mehr erwartet. Das war definitiv eines der schlechtesten und nervigsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe. Erstens ist die Hauptfigur einfach nur unsympathisch, zweitens ist die Handlung sehr verworren durch haufenweise geheimnisvolle Andeutungen und verwirrende Zeitsprünge, drittens sind die Dialoge einfach nur gräßlich: Möglichst viel Philosophie und pseudo-tiefe Lebensanschauungen verpackt in dadurch total unrealistische und künstliche Gespräche.
Ich war wirklich froh als ich die letzte Seite hinter mir hatte. Normalerweise breche ich Bücher die mir so gar nicht liegen ohne schlechtes Gewissen ab, aber ich war doch noch gespannt auf die Auflösung der ganzen Geschichte, allerdings war auch die nicht wirklich verständlich und verworren. Ein totaler Reinfall, leider. Trotzdem wäre ich neugierig auf seinen Erfolgsroman “Fräulein Smillas Gespür für Schnee” – schlimmer kann es ja nun nicht werden…

 


Alexander Solschenizyn: Krebsstation Teil I und II
Solschenizyn verarbeitet in diesen beiden Romanen seine Erfahrungen, die er auf der Krebsstation eines russichen Krankenhauses während seiner Verbannung machte. Er beschreibt die spezielle Atmosphäre dieser Station und die dadurch entstehenden Beziehungen zwischen den Patienten, aber auch die der Patienten mit dem Krankenhauspersonal, sehr anschaulich. Die Ängste vor der Erkrankung, die Hoffnungslosigkeit, die persönlichen Hintergründe jedes einzelnen seiner Protagonisten, die Schwierigkeiten die sich ergeben, wenn man aus der vertrauten Umgebung in eine Krankenanstalt kommt und sich mit den Mitpatienten und dem neuen Tagesrhythmus zurechtfinden muss, der Umgang des Pflegepersonals mit den Kranken… alles wirkt authentisch und ich war während des Lesens sehr in die Atmosphäre des Buches eingebunden.



Leserückblick Jänner 2010

6. February 2010 - Kategorie: Leserrückblick | 4 Kommentare


Simon Beckett: Die Chemie des Todes
Von dem Buch habe ich mir zum Glück von vornherein nicht allzuviel erwartet, sonst wäre ich sehr enttäuscht worden. Ein typischer Thriller der mit seinen stereotypen Charakteren alle Klischees ausreizt. Am Schlimmsten war das Ende: Die wirklich schon ausgelutschte “die Freundin des Ermittlers gerät in die Fänge des Täters”-Story. Von Simon Beckett werde ich bestimmt kein Buch mehr lesen.

 


Henning Mankell: Der Chinese
Eine spannende Ausgangssituation: Fast alle Bewohner eines winziges Dorf werden brutal ermordert. Während die Polizei an der Aufklärung dieses ungewöhnlichen Verbrechens arbeitet, verfolgt die Richterin Birgitta Roslin eine eigene Spur. Anfangs fand ich das Buch noch sehr spannend und ansprechend, aber im letzten Drittel kam mir die Handlung zum Teil dann doch zu konstruiert vor und es passierten zu viele Zufälle, die einfach nicht mehr glaubwürdig waren. Vom Stil her ist es aber Mankell wie gewohnt, was einen über die Schwächen zum Teil hinwegsehen lässt.

 


Georges Simenon: Im Falle eines Unfalls
Von dem Buch ist mir eigentlich nicht viel in Erinnerung geblieben, weder positiv noch negativ.

 


Stephen King: Die Arena
Ich hatte mich schon sehr auf Kings neuestes Buch gefreut, aber leider muss ich sagen dass ich es recht schwach finde im Vergleich zu seinen anderen Büchern diesen Umfangs. Die Geschichte an sich (eine Kleinstadt wird plötzlich von einer undurchdringbaren durchsichtigen Kuppel umschlossen) ist sehr interessant und bietet viel Potenzial, aber die handelnden Figuren haben mich sehr enttäuscht, und gerade das mochte ich bei King immer so gerne: Die interessanten Charaktere. In “Die Arena” sind es leider nur Klischees: Der tapfere Held und die tapfere Heldin sind langweilig, die “Bösen” sind einfach nur böse und “Big Jim”, der Oberboss der gegnerischen Seite, erinnert sehr an Greg Stillman aus “Dead Zone”. Ich werde bald mal seinen vor einiger Zeit neu erschienen Kurzgeschichtenband erwerben und hoffen, dass der mich nicht auch enttäuscht.

 


Fernanda Eberstadt: Liebeswut
Als ich das Buch vor einigen Jahren zum ersten Mal gelesen hatte, war ich restlos begeistert und dachte “das ist die beste Liebesgeschichte die ich jemals gelesen habe”. Als ich es mir vor kurzem dann gekauft habe war ich natürlich neugierig ob meine Meinung immer noch die gleiche ist. Im Großen und Ganzen hat mir das Buch beim zweiten Lesen auch sehr gefallen, aber als “beste Liebesgeschichte aller Zeiten” würde ich es nicht mehr bezeichnen, dafür haben mich dann doch ein paar Sachen gestört (das Buch hätte zum Beispiel gut um ein Viertel gekürzt werden können). Erzählt wird die Geschichte von Gwen und Gideon, zwei sehr unterschiedliche Menschen, die sich tief in die Liebe zueinander stürzen. Von dem Anfang ihrer Beziehung über die Heirat, die Geburt ihrer Tochter, bis hin zum tragischen Ende durchleuchtet die Autorin die Veränderungen die die beiden durchmachen. Sehr ansprechend fand ich vor allem den Teil in dem Gwen, die nie Kinder wollte, schwanger wird. Eberstadt beschreibt hier sehr präzise und einfühlsam wie es ist, auf einmal ein Lebewesen in sich zu tragen und die Veränderung, die mit der Mutterschaft einhergeht. Auch die Beschreibungen der “Liebesgefühle” sind zum Teil sehr originell und wirklich schön.

 


Max Frisch: Homo Faber
Schon sehr oft und immer wieder gerne gelesen. Die Geschichte des Ingenieurs Walter Faber der sich unwissend in seine Tochter verliebt ist für mich einfach zeitlos. Ich mag auch Frischs Sprache in diesem Buch sehr gerne, die ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist aber einfach perfekt zum analytischen Denken des Protagonisten passt.

 


Gottfried Keller: Romeo und Julia auf dem Dorfe
Eine klassische Schullektüre. Keller lässt hier das uralte “Romeo und Julia”-Motiv wieder auferstehen und erzählt die Geschichte von Sali und Vreni, zwei Bauernkinder, die durch einen Streit ihrer Väter voneinander getrennt , bis sie eine heimliche Liebschaft beginnen, die in ihrem gemeinsamen Freitod endet. Ich fand die Geschichte wirklich rührend erzählt, bin aber der Meinung dass das wirklich kein Buch ist mit dem man Jugendliche begeistern kann (bis vielleicht auf die Tatsache dass es sehr kurz ist ;) ).

 


Jonathan Franzen: Die Korrekturen
Zum zweiten Mal gelesen. Eine amerikanische Familiengeschichte, die vor allem durch ihre präzise Sprache und die außerordentlichen Charakterisierungen der einzelnen Familienmitglieder heraussticht. Erzählt wird die Geschichte von Alfred und Enid und ihren drei Kindern, Chip, Denise und Gary. Die Beziehungen untereinander und die persönlichen Tragödien der einzelnen Familienmitglieder werden mit viel Verständnis für die menschlichen Schwächen und großem Einfühlungsvermögen in den Alltag durchschnittlicher Menschen erzählt. Ein paar Längen hat das Buch, vor allem die Erlebnisse von Chip in Litauen waren meiner Meinung nach zu ausführlich erzählt. Aber ansonsten ist “Die Korrekturen” ein sehr vielschichtiges, psychologisch intelligentes und melancholisches Buch, in dem aber auch der Humor, der ganz nach meinem Geschmack sehr trocken ist, nicht zu kurz kommt.



Leserückblick 2009

5. January 2010 - Kategorie: Leserrückblick | 8 Kommentare

Ein mageres Lesejahr für meine Verhältnisse. 75 gelesene Bücher (im Vorjahr waren es 111), das sind 6,3 Bücher pro Monat. Die meisten Bücher habe ich, wie auch schon im Vorjahr, im Jänner und Dezember gelesen. Insgesamt waren es 25.509 Seiten, was 69,9 Seiten pro Tag ausmacht.

Genremäßig lag die Verteilung bei 52 % aus dem Bereich “Allgemeine Belletristik“, an zweiter Stelle folgen “Krimis & Thriller” mit 15 %. Der Rest verteilt sich relativ homogen auf Tagebücher, Kinderbücher, Klassiker, Erzählungen, Lyrik etc.

Interessant ist, dass ich letztes Jahr mehr Bücher deutschsprachiger (40 %) als englischsprachiger (37 %) Autoren gelesen habe, das hatte ich umgekehrt erwartet. Bei den anderen Sprachen machen wieder die skandinavischen Autoren den Großteil aus. Leider habe ich es wieder nur geschafft ein einziges Buch auf Englisch zu lesen, weshalb ich mir auch für das Lesejahr 2010 wieder ernsthaft vornehme, mehr englische Bücher zu lesen.

Erworben habe ich 2009 74 Bücher, davon waren 18 Bücher geschenkt. Für die 56 gekauften Bücher habe ich insgesamt 665 Euro ausgegeben, das sind 1,82 € die ich pro Tag für Bücher ausgegeben haben und durchschnittlich 11,87 € pro Buch. Die meisten erworbenen Bücher sind aus den Bereichen “Allgemeine Belletristik”, “Kunstbände” und “Lyrik”. 30 % der Bücher waren Wunschlistenkäufe, 70 % Spontankäufe. Geplant war es eigentlich genau umgekehrt ;)

 

Highlights:
Das beste Buch des Jahres, das ich auch gleich zwei mal in diesem Jahr gelesen habe, war definitiv Pascal Merciers “Perlmanns Schweigen“.

Sehr gefallen haben mir auch:
Veronique Olmi: Meeresrand
Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie
• Die Brenner-Krimis von Wolf Haas
• E. M. Forster: Zimmer mit Aussicht
• Hakan Nesser: Das zweite Leben des Herrn Roos
• Thomas Bernhard: Erzählungen
• Margaret Atwood: Das Jahr der Flut

 

Flops:

• Agneta Pleijel: Der Weg des Windes (weil ich von “Lord Nevermore” so beeindruckt war und mir etwas ähnliches erhofft hatte)
• Paul Auster: Die New York-Trilogie (sehr vielversprechender Anfang, aber dann hat die Geschichte schnell nachgelassen)
• E. M. Forster: Wiedersehen in Howards End (kein Vergleich zu “Maurice” und “Zimmer mit Aussicht”)
• Jodi Picoult: 19 Minuten (leider haben die oberflächlichen Figuren die interessante Geschichte zunichte gemacht)
• Marya Hornbacher: Du hast nicht gesagt ich liebe dich (ihre Autobiographie “Wasted” fand ich soooo gut und war deshalb sehr gespannt auf ihren ersten Roman, der aber leider kitschig und langweilig war)
• Stewart O’Nan: alle, alle lieben dich (davon hatte ich mir viel mehr erwartet, ich fand es ein recht oberflächliches Buch, viel zu emotionslos)

 

Lesevorsätze für dieses Jahr:
• mehr englische Bücher lesen (gekauft hab ich eh schon einige, ich weiß auch nicht warum ich mich nie dazu überwinden kann)
• generell wieder mehr lesen (weniger Computerspielen!)
• mehr Tagebücher und Briefausgaben lesen (ich kaufe und kaufe die und habe schon eine recht schöne Sammlung, aber die meisten sind noch ungelesen)
• wieder öfter zur Bücherei gehen anstatt die Bücherstapel auf dem Boden noch höher werden zu lassen
• wieder zu jedem gelesenen Buch zumindest ein bisschen was schreiben



Leserückblick Mai 2009

2. June 2009 - Kategorie: Leserrückblick | 5 Kommentare


Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind
Diesem Buch bin ich lange Zeit aus dem Weg gegangen, weil mich Liebesgeschichten generell nicht so interessieren – und dann auch noch per Email; ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass da was Gutes dabei rauskommen kann. Ich dachte, dass es irgendeine kitschige, oberflächliche Geschichte ist, die mich nur nerven würde. Dann habe ich es aber doch gelesen und musste meine Meinung revidieren ;) Es ist eine wirklich schöne, intelligente und auch sehr spannende Liebesgeschichte mit zwei interessanten Charakteren, mit denen man gerne mitleidet und mithofft.

 


Daniel Glattauer: Alle sieben Wellen
Und natürlich war ich dann auch neugierig auf die Fortsetzung. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Fortsetzungen dieser Art, weil ich denke, ein einmal erreichter Erfolg lässt sich nicht so einfach wiederholen und man soll die Geschichte Geschichte sein lassen etc., aber auch hier habe ich mich wieder getäuscht. Bis auf das allerletzte Kapitel, das ich einfach nur unnötig finde (damit auch der dümmste Leser ja nur kapiert wie es endet, so liest es sich für mich), ist auch “Alle sieben Wellen” wie der erste Teil ein spannendes Buch, das ich gerne gelesen habe.

 


Wolf Haas: Der Knochenmann
Der erste Teil der Krimiserie um den Privatdetektiv Simon Brenner. Den letzen Teil, “Das ewige Leben”, hatte ich im März gelesen und mich sofort in den großartigen Humor des Buches und den eigenwilligen Schreibstil verliebt. Eigenwillig deshalb, weil die Geschichte wirklich erzählt wird – man liest und hat das Gefühl, jemand würde einem gegenüber sitzen und einem erzählen, was passiert, mit allen grammatikalischen Unfeinheiten, die die erzählende Sprache mit sich bringt. Konkret liest sich das dann zum Beispiel so: Jetzt ist schon wieder was passiert. Aber der Frühling ist eine herrliche Zeit, da gibt es Gedichte und alles, und weiß ein jeder, dass im Frühling das Leben erwacht. [...] Und das ist nur drei Wochen später gewesen, und immer noch Frühling, den Sommer hat es dann ja fürchterlich verregnet, Juli überhaupt zum Vergessen, aber Frühling eins a. Wolf Haas hat in mir auf jeden Fall einen neuen Fan dieser Reihe gefunden.

 


Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper
Nachdem ich zufällig einmal “Die Moritat von Mackie Messer” gehört hatte, das Eröffnungslied des Stückes, war ich neugierig auf die Geschichte. Theaterstücke fand ich immer schon etwas schwer zu lesen, aber die “Dreigroschenoper” hat mir gut gefallen. Eine wüste Geschichte, amüsant und spannend auf ihre ganz eigene Weise.

Und hier ist sie, die Moritat, gesungen (wenn man den Angaben auf Youtube trauen kann) von Bert Brecht persönlich:

 


Juli Zeh: Corpus Delicti
Rezension

 


H. G. Wells: Kinder der Sterne
Eine weitere interessante Zukunftsvision eines der größten Meister der Zukunftsvisionen. Die Invasion außerirdischer Lebensformen, jedoch nicht durch Raumschiffe und Kriege, sondern über die “kosmische Strahlung”, die die DNA der Menschen Stück für Stück verändert, bis die Menschen sich evolutionär angepasst haben und zu den Außerirdischen werden. Sehr schön wie immer bei Wells die Gesellschaftskritik, die sich hinter der Geschichte verbirgt – hier ist es die Anspielung auf den Nationalsozialismus und den Versuch, einen perfekten Menschen zu “züchten”.

 


Thomas Harris: Das Schweigen der Lämmer
Zum zweiten oder dritten Mal gelesen, spannende Unterhaltung für zwischendurch, obwohl ich sagen muss dass das eine der wenigen Ausnahmen ist, wo ich die Verfilmung besser finde als das Buch.



Leserückblick April 2009

6. May 2009 - Kategorie: Leserrückblick | 7 Kommentare

Die Stadt der Blinden
José Saramago: Die Stadt der Blinden

 

Und das war’s auch schon :mrgreen:



Leserückblick März 2009

6. May 2009 - Kategorie: Leserrückblick | 2 Kommentare


Ingrid Noll: Die Häupter meiner Lieben

 


Julien Green: Leviathan
Zitate aus dem Buch

 

Die Offenbarung
Robert Schneider: Die Offenbarung
Rezension

 


Paul Auster: Die New York-Trilogie

 


Wolf Haas: Das ewige Leben

 


Hakan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal

 


Jane Hirshfield: Of Gravity and Angels
Genauso gut wie erwartet :)

 


Alessandro Baricco: Oceano Mare

 


E. M. Forster: Maurice

 


Milan Kundera: Abschiedswalzer
Zitate aus dem Buch

 


Christine Nöstlinger: Man nennt mich Ameisenbär

 


Bernhard Schlink: Der Vorleser

 


Ake Edwardson: Zimmer Nr. 10

 


Peter S. Beagle: Das letzte Einhorn

 

Ich sag nur: Zwei Wochen Urlaub ;)



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