Flauberts Briefe
notiert von: Eva
Seit vorgestern lese ich eine Sammlung von Briefen von Gustave Flaubert. Ich mag seinen Tonfall, seine Art, frei zu schreiben und die Dinge unverblümt zu nennen. Und ich war völlig entgeistert, als ich den ersten Brief gelesen, mich über die kindliche Ortographie gewundert und dann aufs Datum geschaut habe um nachzurechnen, wie alt er war, als er diesen Brief geschrieben hat. Neun Jahre alt, und schreibt an seinen Freund:
Freund ich werde Dir meine politischen und konstitutionellen liberalen Reden schicken [...]
Mit 12 Jahren schreibt er an denselben:
Ich komme mit meinem Roman über Isabeau von Bayern voran, von dem ich seit der Rückkehr von meiner Reise nach Pont-l’Eveque das Doppelte geschrieben habe.
Und mit 13:
Jetzt bin ich mit dem Theater des alten Shakespeare beschäftigt, ich lese gerade Othello, und dann werde ich auf meine Reise L’Histoire d’Ecosse in drei Bänden von Walter Scott mitnehmen, danach werde ich Voltaire lesen. Ich arbeite wie der Teufel und stehe um halb vier morgens auf.
Und dann lese ich beim Projekt Gutenberg: Er galt in der Familie als dumm und zurückgeblieben. Ah ja.
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