Leserückblick August
notiert von: Eva

Juli Zeh: Adler und Engel
Zum zweiten Mal gelesen. Über meine Lieblingsszene habe ich hier geschrieben. Ich mag Juli Zehs Stil und ihre Art, Geschichten zu erzählen, allerdings hat mich “Adler und Engel”, anders als beim ersten Lesen, gegen Ende hin ein wenig gelangweilt (was aber nichts damit zu tun hat, dass ich die Geschichte schon kannte).

Michel Faber: Die Unvollendete
Das zweitschlechteste Buch, das ich in diesem Jahr bisher gelesen habe – ein Buch von der Sorte, wo man sich nach dem letzten Satz fragt: Hä? Und was sollte das jetzt?
Gekauft habe ich es mir, weil ich a) Fabers “Das karmesinrote Blütenblatt” grandios fand und weil b) es nur € 3,95 gekostet hat, aber die Geschichte ist so nichtssagend, dass es mich ärgert, auch nur einen Cent dafür ausgegeben zu haben. Das einzig Gute an dem Buch: Es hat nur 122 Seiten, war also keine allzu lange Qual.

Ingeborg Bachmann: Sämtliche Gedichte
Mein Lieblingsgedicht findet man auf Lyrikline, von der Autorin selbst gelesen. Von Bachmann kenne ich bisher nur die Gedichte, möchte aber bald auch ihre Erzählungen lesen.

Stefan Zweig: Rausch der Verwandlung
Zum ich weiß gar nicht mehr wievielten Mal gelesen – mein liebstes Buch, bei dem ich jedes Mal, wenn ich es erneut lese, Angst habe, dass es mir auf einmal nicht mehr gefällt und ich mich frage, was ich nur all die Jahre daran finden konnte. Fürs erste ist diese Gefahr aber gebannt – nächstes Jahr wird sich das Buch wieder aufs Neue behaupten müssen

Thomas Lehr: 42
Rezension

Michael Ondaatje: Der englische Patient
Ein wunderschönes Buch, das mich sowohl sprachlich als auch von der Handlung her sehr angesprochen hat. Das Beziehungsgeflecht der vier Hauptpersonen, die sich am Ende des zweiten Weltkrieges in einer Villa in Italien zusammenfinden, ist interessant & berührend. Begeistert hat mich vor allem die atmosphärische Erzählweise – Ondaatje erschafft mühelos Bilder im Kopf des Lesers, bringt einem die Wüste, den Krieg und das einsame Leben in der Villa so nahe, dass man sich selbst dort glaubt. “Der englische Patient” hat auf jeden Fall Lust auf mehr von diesem Autor gemacht, und natürlich auf die Verfilmung, die ich mir bestimmt ansehen werde, wenn sie das nächste mal im Fernsehen gezeigt wird.

Alexander Solschenizyn: Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
Solschenizyn schildert – auf eine nüchterne und gerade dadurch so eindringliche Art – einen Tag aus dem Leben in einem russischen Arbeitslager. Details wie die Tatsache, dass die Häftlinge nur zwei Briefe im Jahr schreiben durften, die Angaben, wieviel Gramm Brot ihnen zustehen etc. erschüttern. Umso erfreuter ist man, wenn man liest, dass es auch unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen noch so etwas wie Hilfsbereitschaft und Achtung vor dem anderen gegeben hat.

Ralf Isau: Der Herr der Unruhe
Nach “Pala und die seltsame Verflüchtigung der Worte” mein zweites Buch von Isau. Von “Pala” war ich enttäuscht, wollte aber noch eines von ihm probieren und konnte mich dank Nina, die mir das Buch geschenkt hat, am Herrn der Unruhe versuchen. Es hat mir viel besser gefallen als “Pala”, vor allem die historische Komponente (das Buch spielt in Italien zur Zeit des 2. Weltkriegs) fand ich sehr interessant. Stellenweise hat es sich ganz schön in die Länge gezogen, und das Ende, in dem natürlich alles gut wird, fand ich furchtbar, aber alles in allem ein spannendes Buch.

John Steinbeck: Früchte des Zorns
Rezension

Stieg Larsson: Verdammnis
Rezension

Anne Chaplet: Schrei nach Stille
Definitiv das bisher schlechteste Buch des Jahres. Ich habe es von vorablesen.de bekommen – selbst hätte ich es mir sowieso nie gekauft, weil mich solche Bücher nicht interessieren. Meine Vorablesen-Rezension findet sich hier. Wenn jemand das Buch haben möchte: ich würde es nur zu gerne loswerden

Audrey Niffenegger: Die Frau des Zeitreisenden
Zum zweiten Mal gelesen; die schönste Liebesgeschichte die ich kenne. Reine Liebesgeschichten mag ich normalerweise nicht, die müssen dann schon etwas Besonderes an sich haben & tragisch sein, und “Die Frau des Zeitreisenden” hat beides. Außerdem liebe ich Bücher, die mich so richtig zum Weinen bringen. Sehr gespannt bin ich schon auf die Verfilmung, die in den USA im Dezember anläuft (keine Ahnung, wann er bei uns kommt). Die beiden Darsteller passen zwar so gar nicht zu meiner Vorstellung, die ich von den Charakteren habe, aber das ist ja meistens so
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Kommentare
3 Kommentare zu “Leserückblick August”
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Na du warst aber auch nicht minder fleißig! *staun*
Und dann noch so viele dicke Schinek darunter, Respekt.
Auf die Niffenegger-Verfilmung bin ich auch schon sehr gespannt, zumal der Stoff sicher sehr schwer verfilmbar ist.
Wow, mal wieder eine sehr ansehliche Liste, Eva!
Meine ist diesen Monat ja leider recht kurz ausgefallen.
Nachdem ihr alle so begeistert seid, muss ich mir das erste Buch der Larsson-Trilogie jetzt auch unbedingt mal genauer ansehen.
Ich wusste übrigens gar nicht, dass ‘Die Frau des Zeitreisenden’ verfilmt wird. Das Buch hat mir damals sehr gut gefallen, da bin ich also gespannt. Und Eric Bana finde ich eigentlich ganz gut. Sehr wahrscheinlich ist das aber mal wieder so ein Film, der nicht in unser Kino kommt, weil er nicht massentauglich genug ist. So wie die ‘Nanny Diaries’. Hm.
@ Maren: Ich stelle mir das auch schwierig vor und bin schon sehr gespannt, wie sie das mit den Zeitreisen bzw. wann wer wie alt ist etc. erklären. Da hatte ich im Buch teilweise schon Schwierigkeiten…
@ Nina: Ja, musst du wirklich unbedingt *lach*
Daran hatte ich noch gar nicht gedacht, dass der vielleicht bei uns nicht laufen wird. Aber da ich sowieso nicht soo gerne ins Kino gehe ist es mir ziemlich egal, ich leih mir dann einfach die DVD aus