Literaturnobelpreis
notiert von: Eva
Ich bekomme sowas ja immer als Letzte mit, aber dank Maren weiß ich es jetzt auch: Der Literaturnobelpreis 2008 geht an Jean-Marie Gustave Le Clézio, von dem ich noch nie etwas gehört habe (aber so geht es mir mit vielen der bisherigen Preisträger). Einen amüsanten Artikel zum Thema “Nie gehört” gibt es übrigens bei der Zeit zu lesen.
Und jetzt frage ich mich, wem ich denn den Literaturnobelpreis wünschen bzw. gönnen würde. Da wäre einmal Margaret Atwood, die dieses Jahr schon als mögliche Kandidatin galt und meine am meisten verehrte Schriftstellerin ist. Von John Updike kenne ich zwar erst zwei Bücher, aber er wäre für mich irgendwie ein typischer Nobelpreis-Kandidat, ebenso Cormac McCarthy, der ihn meiner Meinung nach bestimmt einmal bekommen wird. Auch Haruki Murakami war für die diesjährige Verleihung im Gespräch, und ich würde ihn und John Irving auf die selbe Stufe stellen: Ich finde, sie hätten ihn beide verdient, sind aber vielleicht zu “populär”, um ihn wirklich mal zu bekommen. Und deutschsprachige Schriftsteller? Auf Anhieb fällt mir da nur Christa Wolf ein.
Ich merke gerade: Ich lese zu 95 % angloamerikanische oder deutschsprachige Autoren. Und die restlichen 5 % verteilen sich auf skandinavische Kriminalautoren (4 %) und Sonstige (der mickrige Rest). Ich sollte mal ein bisschen internationaler lesen…
Interessant finde ich, dass viele Schriftsteller die dänische Lyrikerin Inger Christensen als Wunschkandidatin nannten – auch von ihr hatte ich noch nie gehört, aber jetzt bin ich neugierig geworden
.
So, und jetzt seid ihr dran: Wer wären eure Favoriten?
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Kommentare
14 Kommentare zu “Literaturnobelpreis”
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Oh ja- John Irving würde ich auch vorschlagen.
Eigentlich schade, dass populäre Namen da meist außen vor gelassen werden, denn schließlich haben die meisten sich diesen auch hart erarbeitet, indem sie einfach brilliant schreiben und Durchhaltevermögen gezeigt haben.
Obwohl ich ihre Bücher kurzweilig und schön finde (bis auf die ersten beiden Romane), würde ich es einer Cecilia Ahern z.B. nicht gönnen. Sie ist doch nur aus diesem Grund berühmt geworden, weil sie die Tochter des Ministerpräsidenten ist.
Ich bin ja für Oscar Wilde
Ansonsten muss ich nach Feierabend mal in mich gehen, ob mir noch wer einfällt.
Kannst du mir was von Margaret Atwood empfehlen? (damit ich auch mal LITERATUR lese und nicht nur billige Weiberromane…) Vor 4 Jahren habe ich Alias Grace gelesen und wollte es gerade abbrechen, als es plötzlich total gut wurde
Habe das Buch damals sehr genossen, auch sprachlich.
Und vor sicher 10 Jahren hatte ich mal Der Report der Magd angefangen, aber das hatte mir damals nicht so zugesagt, ich weiß nicht mehr warum. Bin seither oft um das Buch herumgeschlichen, da es mich thematisch ja schon reizt,
Cecelia Ahern wäre für mich keine Kandidatin für einen Literaturnobelpreis – Ich verbinde damit eine außergewöhnliche Leistung, sei sie ästhetischer, sprachlicher, thematischer oder stilistischer Natur. Mit dem Literaturnobelpreis verbinde ich genauso eine besondere Aussagekraft, eine besondere Thematik, die der Autor immer wieder verwendet – sei es ein spezielles Milieu, sei es ein spezielles Land oder eine bestimmte Problematik. Es wird nicht davor zurück geschreckt auch einmal ein Tabuthema anzusprechen bzw. sich literarisch auch mal avangardistisch, experimentell auszudrücken.
)…
… Alles Gedanken, die ich nicht mit Cecilia Ahern verbinde, eher mit Kitsch, Klischees und schlechtem Stil (was aber nach wie vor Geschmackssache ist
Mit Cecilia Ahern verbinde ich in erster Linie blauen Himmel ;D
Meiner Meinung nach haben auf jeden Fall den Nobelpreis verdient: Der Dauer-Kandidat Roth und die amerikanische Intellektuelle Joan Didion.
Murakami würd ich es auch wünschen.
@ Lilly: Das dachte ich mir schon, dass du Irving auch vorschlagen würdest
. Von Cecilia Ahern kenne ich nichts, aber mir geht’s da wie Maren: da kommt mir sofort blauer Himmel in den Sinn.
@ Maren: Oscar Wilde hätte ihn auch verdient gehabt, das stimmt!
Wenn dir “Alias Grace” gefallen hat und du mit “Der Report der Magd” nicht warm geworden bist, würde ich es mit “Der blinde Mörder” versuchen. Ganz toll ist auch “Oryx und Crake“, das thematisch ähnlich ist wie “Der Report der Magd”.
@ Sternenwanderer: Eine schöne Definition! Jetzt interessiert mich natürlich auch sehr, welche Autoren für dich dem entsprechen
@ Roland: Gegen Roth habe ich eine nicht wirklich erklärbare Abneigung, kenne aber zugegebenermaßen von ihm nur die ersten 30 Seiten von “Der menschliche Makel” (viermal habe ich es mit diesem Buch versucht, aber es funktioniert einfach nicht). Von Joan Didion hatte ich noch nie gehört, was würdest du denn da empfehlen?
Ich glaub, ich werde den Report der Magd dennoch mal probieren, denn das THema reizt mich schon. Und mein erster Versuch ist so lang her…
Der blinde Mörder, darauf bin ich neulich aufmerksam geworden, als ich Kate Mortons Geheimes Spiel gelesen habe. Da haben in einem Forum mehrere Leute gesagt, das wöre stark an eben diesen Romane von Atwood angelehnt, ja sogar “abgekupfert”! Das Buch von Morton fand ich wirklich gut, und schon deswegen würde mich das mal sehr interessieren, was da dran ist.
Ich wäre ja sehr neugierig auf deine Meinung zum “Report der Magd”, das war nämlich eines meiner Highlights in diesem Jahr!
Jetzt muss ich doch glatt mal das Buch von Kate Morton lesen und herausfinden, inwieweit es abgekupfert ist
So wie ich das verstanden habe, ist wohl der Plot schon abgekupfert! Hier ist eine Rezension: http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=25295
Und wenn du mal bei Amazon schaust bei den Rezensionen zu Kate Morton, da hat das auch jemand geschrieben.
Hm, jetzt ärgere ich mich, dass ich nicht zugegriffen habe, als ich neulich eine sehr schöne neue Ausgabe von Der Report der Magd gesehen hatte, da hab ich nämlich auch schon überlegt.
Muss mal die Augen offenhalten.
@Eva: Eine interessante Frage… die mir einen eigenen Eintrag wert ist, vorher bitte ich um einige Denkpause
@ Sternenwanderer: Ist gewährt
So, das erste Portrait ist online…
Ich werde drei für mich wesentliche Autoren vorstellen, die meiner Ansicht nach den Nobelpreis verdient haben – im übrigen ist für mich nicht wichtig, ob diese Menschen noch leben.
@Eva:
Aus eigener Lese-Erfahrung kann ich “Wir erzählen Geschichten, um zu leben” nur empfehlen. Grandios! Selbst nicht gelesen, aber oft in positiver Weise empfohlen wurde mir “Das Jahr magischen Denkens”.
Weitere Infos findest du beim claassen Verlag:
http://www.ullsteinbuchverlage.de/claassen/autor.php?id=7650&page=buchaz&sort=&auswahl=&pagenum=1
Roland ich hab das Buch gelesen, es ist wirklich großartig, kann es nur jedem empfehlen!
Viele Grüße aus Sttuttgart